KARL LAGERFELD steuert sein globales E-Commerce-Geschäft von einem einzigen Team in Amsterdam aus und bedient Kund:innen in 35 Märkten und acht Sprachen. Im Januar 2025 begann die Modemarke, sich von Salesforce Commerce Cloud zu lösen. Mitte Juli 2025 ging sie auf Shopify live.
Gemeinsam mit dem Implementierungspartner Domaine führte KARL LAGERFELD ein zuvor gesplittetes Checkout-Modell in einem Store zusammen und verlagerte den Zahlungsverkehr auf Shopify Payments und Shop Pay. Außerdem kann das eigene Digital-Team jetzt neue Märkte launchen, eigene Analysen abrufen und neue Funktionen testen, ohne jede Anfrage an eine externe Entwicklungsagentur weiterzugeben. Mit Shopify zeigten sich schnell erste Ergebnisse:
- 6,5 Monate von Kick-off bis Launch (Januar bis Mitte Juli 2025)
- 35 Märkte und acht Sprachen auf einer Domain und in einem Store, mit zentral gesteuerten lokalen Preisen, Sprachen und Währungen
- 21 % aller Zahlungen im laufenden Jahr über Shop Pay, live in jedem Markt
Das ist längst keine Plattform mehr nur für ‚kleine Marken‘. Shopify kann große Volumina, Enterprise-Geschäfte und Luxusmarken tragen.
Die Herausforderung: hohe Plattformkosten, wenig Autonomie im Team
Salesforce Commerce Cloud bildete über Jahre die Grundlage für den E-Commerce von KARL LAGERFELD. Mit dem Plattformwechsel wollte das Team die Gesamtbetriebskosten senken und den technischen Wartungsaufwand verringern, um mehr Ressourcen für Wachstum, das Testen neuer Ansätze und die Weiterentwicklung des Kundenerlebnisses zu haben.
„Der Business Case war vor allem auf die Senkung der Gesamtbetriebskosten ausgerichtet. Das war das Hauptziel“, sagt James Pollak, Director eCommerce Operations bei KARL LAGERFELD.
Die Kosten waren jedoch nicht die einzige Belastung. Alltägliche Arbeiten hingen von externen Partnern ab. Kleine Merchandising-Änderungen und die tägliche Fehlerbehebung liefen über Entwicklungsteams von Drittanbietern, was ein Team, das bereits Dutzende Märkte betreute, zusätzlich ausbremste.
„Intern hat uns Shopify mehr Autonomie und mehr Freiheit gegeben, mit weniger Aufgaben, die an Entwicklungsteams von Drittanbietern gehen, selbst bei kleinen Anfragen. Das war Teil unserer Erwartung, und sie hat sich erfüllt“, sagt James.
Die bevorstehende Vertragsverlängerung mit Salesforce war für KARL LAGERFELD der Anlass, die künftige E-Commerce-Plattform zu evaluieren. Ende 2024 erstellte das Team den Business Case und erhielt die interne Freigabe für den Wechsel. Im Dezember fiel die Wahl auf Domaine als Implementierungspartner, im Januar 2025 startete das Projekt.
Die Lösung: ein Store, 35 Märkte, schlankere Zahlungsabwicklung
KARL LAGERFELD wollte keinen Rebuild nach altem Muster. Gemeinsam mit Domaine nutzte die Marke die Migration, um Storefront und globale Abläufe grundlegend neu zu denken.
Das Team gestaltete die Produktseiten neu – mit überarbeiteten Layouts, visueller Größen- und Farbauswahl, responsiven Karussells und einer angepassten Zoomfunktion für Produktbilder. Auch die Navigation und die Produktlistenseiten wurden überarbeitet, mit zusätzlichen Filtermöglichkeiten und neu strukturierten Produktkarten. Ziel war es, Benutzerfreundlichkeit und Performance zu verbessern und zugleich die modeorientierte Markenidentität zu bewahren.
Auch das internationale Geschäft wurde neu aufgestellt: Zuvor nutzte KARL LAGERFELD je nach Markt Global-e oder Salesforce Commerce Cloud für den Checkout. Heute steuert das Team in Amsterdam alle 35 Märkte über einen Shopify-Store unter einer gemeinsamen Domain. Lokale Preise, Sprachen und Währungen werden zentral über Shopify Markets verwaltet – ohne separate regionale E-Commerce-Teams oder eigenständige regionale Stores.
Besonders deutlich zeigte sich der Effekt im Nahen Osten. KARL LAGERFELD launchte Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, aktivierte die Märkte, spielte Produktdaten ein und testete Inhalte – in Wochen statt in Monaten.
„Der Launch von Saudi-Arabien und den VAE lief deutlich reibungsloser, als es mit unserem bisherigen Setup möglich gewesen wäre. Wir waren in wenigen Wochen fertig und konnten den Mehrwert schon während der Peak-Season sehen“, sagt James.
Auch die Zahlungsabwicklung wurde schlanker. KARL LAGERFELD wechselte von Adyen zu Shopify Payments und verabschiedete sich von einem Setup, das bei jeder Änderung einer Zahlungsintegration ein Cartridge-Upgrade erforderte. Shop Pay macht im laufenden Jahr 21 % aller Zahlungen der Marke aus. Das Team aktivierte außerdem lokale Zahlungsmethoden, wo die Voraussetzungen es zulassen. In manchen Regionen hängt die Verfügbarkeit weiterhin vom Standort der Geschäftseinheit ab.
„Wir müssen uns um Cartridge-Upgrades für Zahlungen keine Gedanken mehr machen. Mit Shop Pay werden Kund:innen wiedererkannt und in ein deutlich nahtloseres Checkout-Erlebnis geführt“, sagt James.
Das Ergebnis: mehr Autonomie für das globale E-Commerce-Team
Das Team von KARL LAGERFELD erledigt heute mehr Aufgaben intern: Es ruft Analysen direkt in Shopify ab, behebt bestimmte Probleme ohne externe Supporttickets und nutzt Sidekick für Fragen, die zuvor an externe Dienstleister gingen.
„Man ist bei vielen Dingen selbst Herr der Lage. Mit Sidekick hat man einen Assistenten, mit dem man Ideen abklopfen kann, von Analysen bis zu operativen Abläufen. Das war ein echter Wandel für all die Fragen, die früher direkt an Entwicklungs- und Supportteams von Drittanbietern gingen“, sagt James.
Diese Autonomie reicht bis in die Produktentwicklung. Statt individuelle Entwicklungen zu beauftragen, installiert und testet das Team Apps aus dem Shopify-Ökosystem und probiert Funktionen wie virtuelles Anprobieren innerhalb von Tagen aus.
Gemeinsam mit Domaine baute KARL LAGERFELD außerdem das Klaviyo-Lifecycle-Programm neu auf, überarbeitete die Willkommens-, Warenkorbabbruch- und Back-in-Stock-Flows und richtete das CRM stärker auf redaktionelle und Community-Inhalte statt auf reine Promotion aus.
KARL LAGERFELD wechselte die Plattform, um Kosten zu senken. Am Ende stand ein Commerce-Betrieb, den ein kleines Team mit weniger externer Unterstützung steuern und weiterentwickeln kann.
„Es gibt nur eine Plattform, die ich wählen würde, wenn ich meine eigene Marke aufbauen würde. Ich glaube wirklich an das Produkt, und ich glaube an die Plattform“, sagt James.
