Beim Launch deines Onlineshops gibt es einiges zu beachten, was Design, Funktionalität, Kundenservice und mehr angeht. Aber was passiert, wenn du plötzlich einen Lieferausfall hast, Schäden durch verkaufte Produkte entstehen oder du DSGVO-Bußgelder bezahlen sollst?
Eine Onlineshop-Versicherung ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht, um dich vor diesen oder anderen Risiken zu schützen, die durch deinen Onlineshop entstehen. Gut zu wissen: Es gibt Versicherungen, die speziell auf den E-Commerce zugeschnitten sind.
Was ist eine Onlineshop-Versicherung?
Onlineshop-Versicherung ist ein Sammelbegriff für Versicherungen, die entweder speziell auf Onlineshops zugeschnitten sind, oder allgemeine Versicherungen, die für Betreiber:innen von Onlineshops Sinn ergeben.
Das heißt, es gibt nicht die eine Onlineshop-Versicherung. Du kannst genau die Versicherungen, die du für deinen Shop brauchst, abschließen und zahlst nicht für etwas, was dir am Ende keinen Mehrwert bietet.
Je nach Art deines Onlineshops kommen unterschiedliche Versicherungen infrage. Für einen Dropshipping-Shop sind andere Versicherungen relevant als für ein Unternehmen, das handgemachte Produkte verkauft.
Erfahre, welche Risiken im E‑Commerce dir bewusst sein sollten und wie du dich gegen diese absicherst.
Risiken im E-Commerce
Genau wie Ladengeschäfte sind Onlineshops unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Hier ein Überblick, über die Hauptrisiken.
| Risiko | Problematik |
|---|---|
| Cyber-Crime | Hacking, Datenleaks, Zahlungsbetrug, Ransomware |
| Schäden durch verkaufte Produkte | Verletzungen, Stromschläge, Erstickung, Brandgefahr |
| Lager- und Lieferprobleme | Lieferung: beschädigte Pakete, beschädigte Retouren Lager: Feuer, Wasserschaden, Diebstahl, Einbruch |
| Rechtliche Probleme | DSGVO-Verstöße: fehlerhaft konfigurierte Cookies, Tracking ohne Einwilligung, unvollständige Datenschutzerklärung, fehlendes Impressum, u. v. m. Wettbewerbsrecht: falsche Grundpreisangabe, gesundheitsbezogene Werbeaussagen, ungeklärte Bildrechte, Nennung fremder Marken |
Cyber-Crime
Onlineshops bieten eine große Angriffsfläche für Hacking, Datenleaks, Zahlungsbetrug und mehr. Es gibt im Schnitt 119 neue digitale Schwachstellen pro Tag, was auch Onlineshops betrifft.
Ca. 80 % aller Ransomware-Angriffe treffen KMUs, also kleine bis mittlere Unternehmen – und das, obwohl 91 % der KMUs ihre IT-Sicherheit als gut einstufen. Laut BSI erfüllen aber nur 56 % der zentralen Anforderungen des CyberRisikoChecks.
Nicht nur die Cyberangriffe selbst richten Schaden an, sondern auch deren Folgen. Ob Reputationsschaden oder finanzielle Schäden im sechsstelligen Bereich.
Schäden durch verkaufte Produkte
Verletzungen, Stromschläge, Erstickungs- oder Brandgefahr. Produkte müssen sicher für deine Kund:innen sein, sonst haftest du als Unternehmen nach ProdHaftG für mögliche Schäden.
Als Hersteller:innen gelten auch Importeur:innen. Auch wenn du nur Dropshipping-Händler:in bist, haftest du voll für die Produkte aus der Nicht-EU oder wenn du sie als deine eigene Marke verkaufst.
Laut EU Safety Gate sind Warnmeldungen zu gefährlichen Non-Food-Produkten in der EU auf dem Höchststand seit 2003. Auf diese Meldung folgten 5.794 Maßnahmen der Behörden, von Verkaufsstopp bis Marktrücknahme.
Das heißt für dich, ganz egal, wie groß oder klein dein Onlineshop ist: Im Ernstfall trägst du die Konsequenzen. Schon ein einziger Schadensfall bzw. Personenschaden kann für dich existenzbedrohend sein.
Lager- und Lieferprobleme
Bei der Lieferung können ebenfalls einige Probleme auftreten. Ungefähr 80 % der Verbraucher:innen haben schon mal beschädigte Ware erhalten. Und: Händler:innen tragen das Transportrisiko, bis die Ware tatsächlich an Verbraucher:innen übergeben wurde.
Genauso bei Widerruf oder Retouren. Auch hier tragen Händler:innen das Risiko ab Übergabe des Pakets an Versanddienstleister:innen. Jedes achte bis fünfte Paket wird in Deutschland wieder zurückgeschickt, mit Gesamtkosten von 5,46 Milliarden €.
Sogar im Lager sind Unternehmer:innen nicht vor Risiken geschützt.
Warenbestand kann teilweise oder ganz vernichtet werden, z. B. durch Feuer, Wasser, Diebstahl oder Einbruch.
Rechtliche Probleme
Deutschland ist das Land der Abmahnungen. Das ist dem Wettbewerbsrecht geschuldet, auf das jede zweite Abmahnung zurückgeht. Falsche Grundpreisangabe, gesundheitsbezogene Werbeaussagen, ungeklärte Bildrechte oder Nennung fremder Marken – alles das und mehr kann abgemahnt werden.
Die DSGVO ist ebenfalls eine Stolperfalle. Seien es fehlerhaft konfigurierte Cookies, Tracking ohne Einwilligung (z. B. bei Google oder Meta), fehlendes Impressum, unvollständige Datenschutzerklärung und vieles mehr. Wenn dein Onlineshop gegen die DSGVO verstößt, kannst du abgemahnt werden. Stelle also vor dem Launch sicher, dass es keine Verstöße gegen die DSGVO in deinem Onlineshop gibt.
Die Gesamtsumme aller DSGVO-Bußgelder übersteigt laut dem GDPR Enforcement Tracker von CMS Law die 6‑Milliarden-€‑Marke.
Arten von Onlineshop-Versicherungen
Hier ein Überblick über die relevantesten Onlineshop-Versicherungen für Betreiber:innen von Onlineshops.
- Betriebshaftpflicht
- Produkthaftpflichtversicherung
- Inhaltsversicherung
- Cyberversicherung
- Transport- und Versandversicherung
- Gewerbliche Rechtsschutzversicherung
- Betriebsunterbrechungsversicherung
- Berufs- und Vermögensschadenhaftpflicht
- Abmahnschutz
| Versicherungsart | Abdeckung | Relevant für |
|---|---|---|
| Betriebshaftpflichtversicherung | Personen- und Sachschäden, die Dritten durch deine Geschäftstätigkeit entstehen, z. B. wenn Paketboten in deinen Geschäftsräumen stürzen oder Kund:innen sich bei der Warenabholung vor Ort verletzen | Alle Onlineshops |
| Produkthaftpflichtversicherung | Meistens Teil von Betriebshaftpflicht Personen- und Sachschäden, die von fehlerhaften Produkten bei Dritten verursacht werden, aus eigener und fremder Herstellung |
Alle Onlineshops, besonders Dropshipper:innen, Shops mit Ware aus dem Nicht-EU-Ausland oder Private-Label |
| Inhaltsversicherung | Beschädigung deines Bestands oder deiner Ausstattung durch Feuer, Wasser, Sturm, Hagel oder Einbruch. | Onlineshops mit eigenem Lager, großem Warenbestand oder umfassender Ausstattung |
| Cyber | Oft unterteilt in Komponenten wie Eigenschäden Deckt Kosten von IT-Forensik, Datenwiederherstellung, Betriebsunterbrechung, Krisenkommunikation, Lösegeldzahlungen Drittschäden Wenn durch Cyber-Vorfall Schaden bei anderen entsteht, z. B. Schadensersatz oder Datenleck Assistenz/Krisenmanagement 24/7‑Unterstützung im Ernstfall von IT‑Fachleuten sowie Beratung rund um den Cyber‑Vorfall. |
Alle Onlineshops, die Kunden- oder Zahlungsdaten verarbeiten Komponente Assistenz/Krisenmanagement ideal für kleine Shops ohne eigene IT-Abteilung |
| Transport und Versand | Verlust oder die Beschädigung deiner Ware auf dem Versandweg Geht über begrenzte Haftung der Paketdienste hinaus, z. B. bei höherer Gewalt Nach § 431 HGB haften Paketdienste nur bis 10 € pro Kilo, darüber hinaus decken viele Paketdienste standardmäßig bis 500 € |
Onlineshops, die hochwertige oder empfindliche Waren versenden, ein hohes Versandvolumen haben oder vereinzelt sehr teure Waren versenden |
| Gewerbliche Rechtsschutzversicherung | Kosten rund um Rechtsstreitigkeiten: Anwält:innen, Gerichte, Sachverständige Bei Konflikten mit Lieferant:innen oder Zahlungsausfällen bei Kund:innen |
Für Onlineshops, die regelmäßig mit Vertrags- und Forderungsstreitigkeiten konfrontiert sind |
| Betriebsunterbrechungsversicherung | Bei Sachschäden wie Feuer, Wasserschäden oder Einbrüchen steht dein Betrieb still. Ersetzt den verlorenen Gewinn und laufende Fixkosten wie Miete oder Gehälter in der Zeit, in der weniger oder kein Umsatz reinkommt |
Für Onlineshops mit eigenem Lager oder Produkte, wenn du physische Produkte lagerst oder herstellst |
| Berufs- und Vermögensschadenhaftpflichtversicherung | Ersetzt die Produkthaftpflichtversicherung für Onlineshops, die digitale Produkte oder Dienstleistungen wie Software, Downloads, Onlinekurse oder Beratung verkaufen | Für Onlineshops, die ausschließlich digitale Produkte oder Services verkaufen |
| Abmahnschutz | Deckt die Kosten rund um Abmahnungen, welche im deutschen Raum besonders häufig vorkommen | Für Onlineshops, die ihren eigenen Shop betreiben, viele Produkttexte oder fremde Bilder verwenden, oder Markennamen im Sortiment haben |
Betriebshaftpflicht
Die Betriebshaftpflichtversicherung gilt für Onlineshops als Muss. Wenn du dich für eine Onlineshopversicherung entscheidest, dann diese. Die Betriebshaftpflicht ist übrigens nicht mit der privaten Haftpflicht zu verwechseln. Denn gewerbliche Tätigkeiten sind dort nicht mitversichert.
Diese Versicherung deckt Personen- und Sachschäden, die Dritten durch deine Geschäftstätigkeit entstehen, z. B. wenn Paketboten in deinen Geschäftsräumen stürzen oder Kund:innen sich bei der Warenabholung vor Ort verletzen. Dazu gehören auch Fehler von Mitarbeiter:innen jeder Art.
Wenn es um Schäden durch Produkte geht, greift die Produkthaftpflichtversicherung. Sie ist Baustein der Betriebshaftpflichtversicherung bei den meisten Anbieter:innen. Bevor du eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließt, prüfe, ob die Produkthaftpflichtversicherung mit dabei ist.
Produkthaftpflichtversicherung
Im Detail deckt die Produkthaftpflichtversicherung Personen- und Sachschäden, die von fehlerhaften Produkten bei Dritten verursacht werden. Sie deckt Schäden aus eigener und fremder Herstellung, was für Dropshipper:innen relevant ist.
Besonders wichtig ist diese Versicherung für Unternehmer:innen, die physische Produkte verkaufen. Kommt deine Ware aus Nicht-EU‑Ländern, ist sie Private-Label oder zählt sie zum Dropshipping, solltest du diese Versicherung in Betracht ziehen.
Oft muss allerdings extra eine Absicherung abgeschlossen werden, die sich auf die vorher genannten Themen bezieht, und sie ist nicht automatisch Teil der Produkthaftpflichtversicherung. Prüfe also genau, was deine Versicherung umfasst.
Die Produkthaftpflicht greift nicht, wenn es um deinen Warenbestand oder deine Büroausstattung geht. Hier kommt die Inhaltsversicherung ins Spiel.
Inhaltsversicherung
Wenn du ein eigenes Warenlager mit vielen Waren oder eine umfassende Betriebsausstattung hast, ist diese Versicherung fast unumgänglich.
Sie deckt genau das ab, was die Betriebshaftpflicht nicht abdeckt: die Beschädigung deines Bestands oder deiner Ausstattung durch Feuer, Wasser, Sturm, Hagel oder Einbruch.
Das bedeutet: Diese Versicherung zahlt, was es kosten würde, den zerstörten Bestand oder die Ausstattung wiederzubeschaffen. Je nach Versicherungsart kann das der Neuwert, oder ein niedrigerer aktueller Wert sein.
Bist du im Bereich Dropshipping aktiv oder verkaufst du nur digitale Produkte, ist diese Versicherung allerdings nicht relevant für dich. Relevant für alle ist aber die Cyberversicherung.
Cyberversicherung
Jeder Onlineshop, der Kunden- oder Zahlungsdaten verarbeitet, sollte eine Cyberversicherung abschließen. Genau wie beim Begriff Onlineshop-Versicherung gibt es aber auch hier nicht die eine Cyberversicherung.
Versicherungsanbieter:innen setzen diese meistens aus Komponenten für bestimmte Themengebiete zusammen. Diese sind von Anbieter:in zu Anbieter:in immer ein wenig unterschiedlich. So oder so ähnlich können die Komponenten einer Cyberversicherung aussehen:
- Eigenschäden. Deckt Kosten, die deinem Unternehmen durch einen Cyberangriff entstehen, inklusive IT-Forensik, Wiederherstellung von Daten und Systemen, Betriebsunterbrechung, Krisenkommunikation oder sogar Lösegeldzahlungen, wenn es um Ransomware geht.
- Drittschäden. Greift, wenn durch einen Vorfall ein Schaden bei anderen entsteht, z. B. wenn es um Schadensersatz bei Kund:innen geht, oder es ein Datenleck gab.
- Assistenz und Krisenmanagement. Ideal für kleine Shops ohne eigene IT‑Abteilung. 24/7‑Unterstützung im Ernstfall von IT‑Fachleuten sowie Beratung rund um den Cyber‑Vorfall.
Im Kontrast zur Cyberversicherung, beschäftigt sich die Transport- und Versandversicherung mit physischem.
Transport- und Versandversicherung
Wenn du den Verlust oder die Beschädigung deiner Ware auf dem Versandweg absichern möchtest, ist die Transport- und Versandversicherung deine Option. Sie geht über die begrenzte Haftung der Paketdienste hinaus, z. B. bei höherer Gewalt wie Unwetter oder Bränden. Nach § 431 HGB haften Paketdienste nur bis 10 € pro Kilo. Darüber hinaus decken viele aber standardmäßig bis 500 €. Allerdings nur dann, wenn Versanddienstleister:innen den Schaden an dem Paket selbst verursacht haben.
Geht ein teures Paket mit Warenwert über 500 € verloren und hast du keine Transportversicherung, muss dein Unternehmen für den entstandenen Schaden aufkommen. Eine Transportversicherung würde also genau hier greifen.
Betreibst du einen Shop, der regelmäßig hochwertige oder empfindliche Ware versendet oder ein hohes Versandvolumen hat, oder handelt es sich bei vereinzelten, sehr teuren Sendungen, ist diese Versicherung unverzichtbar.
Gewerbliche Rechtsschutzversicherung
Die gewerbliche Rechtsschutzversicherung deckt Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Also Kosten rund um Anwält:innen, Gerichte und Sachverständige. Wenn es um Konflikte mit Lieferant:innen oder Zahlungsausfälle von Kund:innen geht, kannst du von der gewerblichen Rechtsschutzversicherung Gebrauch machen.
Für Onlineshop-Betreiber:innen wichtig: Standardmäßige Rechtsschutz-Tarife sind nicht auf Onlinehandel zugeschnitten und sind nicht automatisch ein Abmahnschutz. Wettbewerbsrecht oder geistiges Eigentum, welche die häufigsten Abmahngründe in diesem Bereich sind, schließen viele gewerbliche Rechtsschutzversicherungen aus.
Schaue stattdessen nach speziellen Angeboten für Gewerbe- und Firmenschutz, die diese Themen ausdrücklich einschließen. Aber solche hier werden nur unberechtigte Abmahnungen gedeckt. Sinnvoll ist diese Art von Versicherung bei Vertrags- und Forderungsstreitigkeiten.
Betriebsunterbrechungsversicherung
Eine Absicherung zur Betriebsunterbrechung springt ein, wenn nach einem Sachschaden wie Feuer, Wasserschaden oder Einbruch dein Betrieb stillsteht. Sie ersetzt den verlorenen Gewinn und laufende Fixkosten wie Miete oder Gehälter in der Zeit, in der weniger oder kein Umsatz reinkommt.
Anders als bei der Betriebsunterbrechungskomponente in der Cyberversicherung bezieht sich die alleinstehende Betriebsunterbrechungsversicherung auf physische Schadensursachen und nicht auf Cyber-Crime. Sie wird aber meist auch als Baustein verwendet, als Teil von Inhalts- oder Sachversicherungen.
Wenn du ein eigenes Lager oder sogar eine eigene Produktion hast, ist diese Versicherung relevant für dich.
Berufs- und Vermögensschadenhaftpflicht
Diese Versicherung ersetzt die Produkthaftpflichtversicherung für Onlineshops, die digitale Produkte oder Dienstleistungen wie Software, Downloads, Onlinekurse oder Beratung verkaufen.
Sie deckt Vermögensschäden, die durch Fehler im Beruf entstehen, die keine physischen Auswirkungen haben. Wenn du z. B. Kund:innen falsch berätst, und diese dadurch Geld verlieren, greift diese Versicherung.
Einfach gesagt geht es bei der Produkthaftpflichtversicherung um Schäden durch ein physisches Produkt, und bei der Berufs- und Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, um finanzielle Schäden durch eine fehlerhafte Leistung.
Abmahnschutz
Dieser Schutz deckt die Kosten rund um Abmahnungen, welche im deutschen Raum besonders häufig vorkommen. Eine klassische Rechtsschutzversicherung reicht in diesem Fall meist nicht aus, weil sie oft Wettbewerbs- und Urheberrecht ausschließt. Diese zählen allerdings zu den häufigsten Abmahngründen.
Einen echten Schutz bieten nur spezielle Tarife, welche dieses Gebiet ausdrücklich einschließen. Außerdem sind nur unberechtigte Mahnungen abgedeckt, also nicht die Folgen eines tatsächlichen Verstoßes.
Besonders sinnvoll ist der Abmahnschutz, wenn du deinen eigenen Shop betreibst, viele Produkttexte oder fremde Bilder verwendest, oder wenn du viele Markennamen im Sortiment hast.
Versicherungen nach Art des Onlineshops
Hier findest du eine Übersicht über Versicherungen nach Art deines Onlineshops sortiert.
- Dropshipping (ohne eigenes Lager)
- Eigenes Lager/Warenbestand
- Eigenproduktion/Handgemachtes
- Digitale Produkte und Dienstleistungen
| Art des Shops | Relevante Versicherungen | Verzichten auf |
|---|---|---|
| Dropshipping |
|
|
| Eigenes Lager/Waren |
|
|
| Eigenproduktion/Handgemachtes |
|
|
| Digitale Produkte und Dienstleistungen |
|
|
Dropshipping (ohne eigenes Lager)
Wenn deine Ware (oft Nicht-EU) direkt von Lieferant:innen an Kund:innen versendet wird, und du keinen eigenen Warenbestand hast, bist du Dropshipper:in.
Deine Risiken sind die Produkthaftung als Importeur:in bzw. Quasi-Hersteller:in, Abmahnungen und Datenschutz.
Sinn machen in diesem Fall:
- Betriebshaftpflicht, inklusive Produkthaftpflicht, die Quasi-Hersteller:innen/Importeur:innen abdeckt
- Cyberversicherung
- Abmahnschutz
Du kannst verzichten auf:
- Inhaltsversicherung, da du kein eigenes Lager hast
Eigenes Lager/Warenbestand
Wenn du selbst Ware einkaufst, lagerst und versendest, sind deine größten Risiken Lagerschäden (wie z. B. Feuer, Wasserschäden oder Einbrüche), Transportschäden, Betriebsunterbrechungen und Produkthaftung.
Sinn machen in diesem Fall:
- Betriebshaftpflicht inklusive Produkthaftpflicht
- Inhalts- und Warenlagerversicherung
- Transport- und Versandversicherung bei hochwertigen Waren
- Cyberversicherung
Eigenproduktion/Handgemachtes
Stellst du selbst Produkte her, hast du das größte Produktrisiko von allen, weil du als direkte:r Hersteller:in voll nach ProdHaftG haftest und dazu Risiken in den Bereichen Lager und Material hast.
Sinn machen in diesem Fall:
- Betriebshaftpflicht inklusive Produkthaftpflicht mit hoher Deckungssumme
- Inhaltsversicherung für Materialien, Werkzeuge und fertige Waren
- Optionale Betriebsunterbrechungsversicherung und Cyberversicherung
Du kannst verzichten auf:
- Quasihersteller-Baustein, da du Hersteller:in bist, und nicht Importeur:in
Digitale Produkte und Dienstleistungen
Verkaufst du digitale Produkte wie Downloads, Onlinekurse, Software oder Beratung und keinerlei physische Produkte, sind deine größten Risiken Vermögensschäden durch berufliche Fehler, Cybercrime, Datenschutz und Urheberrecht.
Sinn machen in diesem Fall:
- Berufs- und Vermögensschadenhaftpflicht als Alternative zur Produkthaftpflicht
- Cyberversicherung
- Abmahnschutz
Du kannst verzichten auf:
- Produkthaftpflicht
- Inhaltsversicherung
- Transportversicherung
Wie du die richtige Versicherung auswählst
- Analysiere deine Risiken
- Setze Prioritäten
- Prüfe Deckungssummen und Selbstbeteiligung
- Lese Ausschlüsse und Bausteine gründlich durch
- Vergleiche Angebote und lass dich beraten
Bevor du eine Onlineshop-Versicherung abschließt, heißt es: Analysiere und recherchiere. Mit einer Kombination aus relevanten Daten, die ein Unternehmen betreffen, und dem Wissen, was in welchen Versicherungen enthalten ist, kannst du eine gut informierte Wahl treffen.
Analysiere deine Risiken
Bevor du Versicherungen recherchierst, verstehe, welchen Risiken dein Unternehmen ausgesetzt ist.
Hast du Lagerbestand, verschickst du Ware aus dem Nicht-EU-Ausland, machst du Produkte selbst per Hand? In welcher Branche bist du tätig, hast du Mitarbeiter:innen, wie hoch ist dein Umsatz?
All diese Informationen fließen in die Auswahl der Versicherung(en), die für deinen Onlineshop relevant sind.
Setze Prioritäten
Frage dich, welche Schäden deine Existenz bedrohen würden bzw. in welcher Höhe, und sichere das zuerst ab.
Überlegst du, ob es eine Versicherung wirklich wert ist? Bei Personenschäden haftest du nach § 823 BGB grundsätzlich unbegrenzt. Wenn du eine Betriebshaftpflichtversicherung von 7 € bis 10 € im Monat mit einem Personenschaden von 1,2 Millionen € vergleichst, stehst du am Ende mit einer Versicherung besser da.
Prüfe Deckungssummen und Selbstbeteiligung
Was dir im Ernstfall wirklich von der Versicherung ausgezahlt wird, bestimmen zwei Faktoren: die Deckungssumme und die Selbstbeteiligung. Die Deckungssumme ist der Höchstbetrag, den die Versicherung dir auszahlt, die Selbstbeteiligung der Anteil, den du selbst trägst:
- Deckungssumme. Frage dich, ob diese Summe den am größten denkbaren Schaden abdeckt. Bei Personen und Produkten solltest du die Deckungssumme hoch ansetzen. Denn solche Schäden liegen oft im sechsstelligen oder siebenstelligen Bereich. Und: Liegt der Schaden über dem Betrag der Deckungssumme, trägst du diese Kosten selbst.
Wichtig: Bei Sachwerten ist die Deckungssumme nicht frei wählbar. Sie muss dem tatsächlichen Neuwert deines Inventars entsprechen.
- Selbstbeteiligung. Wenn du deine Selbstbeteiligung hoch ansetzt, zahlst du zwar geringere Versicherungsbeiträge, zahlst aber im Schadensfall selbst mehr. Setze die Selbstbeteiligung nur so hoch an, wie du im Ernstfall auch wirklich stemmen kannst.
Die Deckungssumme und Selbstbeteiligung musst du nicht einmal festlegen. Du kannst sie regelmäßig überprüfen und abändern.
Lese Ausschlüsse und Bausteine gründlich durch
Jedes Unternehmen und jeder Onlineshop hat andere Bedürfnisse. Lies also genau das Kleingedruckte: Was die Versicherung abdeckt und was sie ausschließt. Und welche Pflichten du selbst einhalten musst.
Schließe keine Versicherung ab, nur weil sie günstig ist. Die Leistungen müssen abgestimmt sein auf das, was dein Unternehmen wirklich braucht. Der größte Fehler ist eine Lücke in der Deckung, die erst im Ernstfall auffällt.
Vergleiche Angebote und lass dich beraten
Bevor du dich auf eine Versicherung festlegst, vergleiche Angebote und Optionen von unterschiedlichen Versicherungsanbieter:innen. Kosten für denselben Versicherungsschutz können sich stark unterscheiden, und es ist möglich, 20 % bis 40 % zu sparen.
Vergleiche 5 bis 10 Anbieter:innen, z. B. auf Vergleichsportalen für Gewerbeversicherungen. Schaue nicht alleine auf den Betrag, sondern auch auf Deckungssumme, Ausschlüsse und Selbstbeteiligung. Diese Aspekte sind entscheidend für echten Schutz.
Anstatt auf eigene Faust zu recherchieren, kannst du dich persönlich beraten lassen. Grade, wenn du komplexe Anforderungen hast, kann sich eine unabhängige Beratung durch einen Versicherungsmakler oder eine Versicherungsmaklerin lohnen.
Egal welchen Weg du einschlägst: Prüfe jährlich, ob die Tarife und Summen, die du zu Beginn ausgewählt hast, tatsächlich noch zu deinem Bedarf passen.
Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Rechtsberatung dar. Bitte konsultiere eine unabhängige Rechtsberatung für Informationen, die spezifisch für dein Land und deine Umstände sind. Shopify haftet in keiner Weise für deine Verwendung oder dein Vertrauen in diese Informationen.
FAQ: Onlineshop-Versicherung
Was ist eine Onlineshop-Versicherung?
Onlineshop-Versicherung ist ein Sammelbegriff für Versicherungen, die auf die Bedürfnisse von Onlineshop-Betreiber:innen abgestimmt sind. Es gibt nicht die eine Onlineshop-Versicherung. Du kannst also genau die Versicherungen, die du für deinen Onlineshop brauchst, abschließen und zahlst nicht für etwas, was für deinen Shop nicht relevant ist.
Welche Risiken gibt es im E-Commerce?
Im E-Commerce gibt es unzählige Risiken für Onlineshopbetreiber:innen, z.B.:
- Cybercrime
- Schäden durch verkaufte Produkte
- Lager- und Lieferprobleme
- Rechtliche Probleme
Welche Arten von Onlineshop-Versicherungen gibt es?
Welche Onlineshop-Versicherungen für deinen Shop relevant sind, kommt auf unterschiedliche Faktoren an. Diese Onlineshop-Versicherungen sind beliebt:
- Betriebshaftpflichtversicherung
- Produkthaftpflichtversicherung
- Inhaltsversicherung
- Cyberversicherung
- Transport- und Versandversicherung
- Gewerbliche Rechtsschutzversicherung
- Betriebsunterbrechungsversicherung




